Thüringer MRE-/Hygiene-Workshop 2016

13. April 2016, 9.30 -17.00 Uhr
Erfurt

Thüringer Krankenhäuser und Gesundheitsinstitutionen nehmen in der Vermeidung und Bekämpfung von multiresistenten Erregern (MRE) bundesweit eine führende Rolle ein. Dies wurde auf dem Thüringer MRE- und Hygiene-Workshop in Erfurt deutlich, auf dem Experten aus Gesundheitspolitik, Klinik und Wissenschaft über den aktuellen Stand dieses brisanten Themas informierten.

Resistente und multiresistente Erreger sind Bakterien, die nicht mehr mit gängigen Antibiotika bekämpft werden können. Aufgrund des massenhaften Einsatzes von Antibiotika, z.B. bereits bei harmlosen Erkältungen oder auch in der Tiermast, haben sie sich angepasst und so verändert, dass viele Antibiotika ihnen nichts mehr anhaben können. Verbreitet ist der Methicillinresistente Staphylococcus aureus (MRSA), der sich auf der Haut und den Schleimhäuten ansiedelt. Die Häufigkeit an schweren MRSA-Infektionen geht aufgrund konsequenter Hygienemaßnahmen zurück; hingegen nehmen die Zahlen bei resistenten Fäkalbakterien im Darm (Vancomycin-resistente Enterokokken/VRE und Multiresistente gramnegative Stäbchenbakterien/MRGN) dramatisch zu.

Thüringen hat bereits 2011 damit begonnen, die verschiedenen an Hygienefragen beteiligten Akteure in Krankenhäusern, Instituten und Behörden zu vernetzen und ein abgestimmtes und effektives Vorgehen zu organisieren. Auf Kreisebene haben sich MRE-Netzwerke gebildet, die von den Gesundheitsämtern koordiniert werden. Alle MRE-Netzwerke haben sich zum „MRE-Netzwerk Thüringen“ zusammengeschlossen, das vom Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz fachlich unterstützt wird. Auf Initiative des Thüringer Ministeriums für Familie, Soziales und Gesundheit und der Landeskrankenhausgesellschaft Thüringen fand am 31. Mai 2011 der erste Thüringer MRE- und Hygiene-Workshop statt, der seither regelmäßig veranstaltet wird.

Zudem wurde auf AlertsNet verwiesen: In ganz Thüringen werden, bundesweit bisher einmalig, hierin Patientendaten zusammengeführt und analysiert, bei denen krankheitsauslösende Keime im Blut nachgewiesen worden sind. Diese Daten können Aufschluss darüber geben, welcher Keim eine Infektion ausgelöst hat und welches Ausmaß die Antibiotika-Resistenz in Thüringen erreicht hat. Damit werden gezielt Schritte zur Infektionsprävention und zu einer verbesserten Diagnostik möglich.

Weitere Themen des Workshops waren z.B. neue Verfahren in der Erregerdiagnostik, Antibiotika-Management im Krankenhaus, die Weiterbildung zum Krankenhaushygieniker und zum Hygienebeauftragten Arzt, Hygienemaßnahmen bei MRGN, die Arbeit der MRE-Netzwerke und die aktuelle Situation zu MRE und insbesondere MRSA in Thüringen.
Die Begrüßung der rund 100 Teilnehmer übernahmen der Abteilungsleiter Gesundheit des Thüringer Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Dieter Berkholz, die Präsidentin der Landesärztekammer, Dr. Ellen Lundershausen sowie der stellvertretende Geschäftsführer der Landeskrankenhausgesellschaft, Norbert Uhlenkamp.

Image

 
 

Suche