Hintergrund

 Die Blutkulturdiagnostik ist das wichtigste mikrobiologische Untersuchungsverfahren zum Nachweis einer Sepsis. Die Kenntnis des Erregers und seiner Empfindlichkeit gegenüber Antiinfektiva erlaubt eine gezielte antimikrobielle Therapie und stellt die Weichen für weitere diagnostische Maßnahmen. Dies verbessert nicht nur die Prognose und senkt die Letalität, sondern verkürzt auch die Liegedauer und vermeidet eine antimikrobielle Übertherapie.

Der Nachweis einer klinisch relevanten Bakteriämie oder Fungämie bei schwerer Sepsis und septischem Schock gelingt unter kontrollierten Studienbedingungen in 30-40% der Fälle. In Deutschland beträgt die Bakteriämierate nur etwa 10%. Dieses weist auf ein erhebliches Defizit in der Veranlassung und Durchführung einer adäquaten mikrobiologischen Diagnostik hin. So betrug die mediane Anzahl abgenommener Blutkulturpaare im Jahre 2011 in Deutschland nur etwa 16,5 auf 1000 Patiententage – erheblich niedriger als in anderen europäischen Ländern (Antimicrobial resistance surveillance in Europe, http://www.ecdc.europa.eu).

Die neue Thüringer Hygieneverordnung (ThürMedHygVO) 2012

Nach § 23 Abs. 4 des novellierten Infektionsschutzgesetzes (IfSG) 2011 hat eine „fortlaufende Überwachung, Erfassung und Bewertung von nosokomialen Infektionen und von Erregern mit speziellen Resistenzen und Multiresistenzen mit fachlich anerkannten Verfahren“ zu erfolgen. Weiterhin sind „Daten zum Umfang des Antibiotikaverbrauches zu erfassen“ und es soll eine „nachhaltige Kooperation in Form von Netzwerken, insbesondere zu Zwecken der Vereinbarung einheitlicher Screening-, Management- und Überleitungskriterien“ erfolgen. In Thüringen wurde die entsprechend novellierte Hygieneverordnung am 31.07.2012 veröffentlicht.

  • zum Download der Thüringer Hygieneverordnung

 

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