Eine internationale Task Force hat im Auftrag der beiden führenden Fachgesellschaften die Definition der Sepsis überarbeitet. Im Zentrum steht jetzt der SOFA-Score, der das Organversagen in den Mittelpunkt rückt. Die SIRS-Kriterien zu der systemischen Entzündungsreaktion des Körpers wurden gestrichen. Ein qSOFA-Score soll ein Screening ohne Labortests erleichtern.

Die neuen Kriterien wurden auf dem Jahreskongress der Society of Critical Care Medicine in Orlando vorgestellt und zeitgleich im amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2016; 315: 788-800) publiziert. Dort finden sich auch zwei Studien zur Entwicklung (JAMA 2016; 315: 775-787) und zur Validierung (JAMA 2016; 315: 762-774) der neuen Kriterien.

Die erste internationale Sepsis-Definition wurde 1992 veröffentlicht. Sie basiert auf dem gleichzeitigen Vorliegen einer vermuteten oder bestätigten Infektion und zumindest zwei von vier Kriterien für ein „Systemic Inflammatory Response Syndrome“ (SIRS). Diese Kriterien betrafen den Anstieg (oder späteren Abfall) der Körpertemperatur, Herz­frequenz (Tachykardie), Atemfrequenz (Tachypnoe) und das Blutbild (Leukozytose/Leukopenie und Linksverschiebung). Die Kriterien waren zwar sehr sensitiv, aber nicht sehr spezifisch, weshalb die Definition 2001 um einige klinische Symptome und Laborparameter ergänzt wurden.